{"id":3820,"date":"2016-01-21T15:33:49","date_gmt":"2016-01-21T15:33:49","guid":{"rendered":"http:\/\/tsgheidesheim.ebian.vistec.net\/?page_id=3820"},"modified":"2022-05-14T14:26:01","modified_gmt":"2022-05-14T12:26:01","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/tsg-heidesheim.de\/?page_id=3820","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<div id=\"page-content\">\n<h3>Ein Dorfverein im Wandel der Zeiten<\/h3>\n<p>Als in den 40er Jahren der Ruf nach Freiheit m\u00e4chtig durch die deutschen Lande ging, fand er auch in dem damals noch kleinen Dorf Heidesheim einen kr\u00e4ftigen Widerhall. Der durch \u201cVater Jahn\u201d und seine Turnvereine gehegte und gepflegte Drang nach Freiheit und Einigkeit unseres gro\u00dfen deutschen Vaterlandes fand auch hier seinen Ausdruck durch Gr\u00fcndung von gleich zwei Vereinen: die \u201cTurngemeinde\u201d und der \u201cTurnverein\u201d. Beide schlossen sich 1848 zum \u201cTurnverein Heidesheim\u201d zusammen, und die hiesigen Frauen und Jungfrauen waren ganz begeistert f\u00fcr die edle Turnsache und die in derselben verk\u00f6rperten Freiheit und stifteten dem neuen Verein eine prachtvolle, seidene Fahne in den deutschen Farben: Schwarz-Rot-Gold. Bei der Einweihung dieser Fahne am 8. Oktober 1848 wurden so z\u00fcndende Reden gehalten und die Turner so f\u00fcr die Freiheit begeistert, dass sie mit allen m\u00f6glichen Gegenst\u00e4nden bewaffnet in gro\u00dfer Anzahl einem kurz darauf erlassenen Aufruf eines inzwischen aufgetretenen Landeskomit\u00e9s folgten, um die Freiheit und Einigkeit unseres Vaterlandes mit Waffengewalt erringen zu helfen. (Aus der Festschrift 1898 des damaligen Turnvereins).<\/p>\n<p>Die erw\u00e4hnte Fahne ist heute noch nach ihrer Restaurierung in der Urform erhalten und erinnert an den damaligen Volksaufstand, aber auch an 150 Jahre einer wechselvollen Geschichte des Vereins. Zwei Weltkriege und v\u00f6llige Ver\u00e4nderung der wirtschaftlichen und politischen Verh\u00e4ltnisse waren vordergr\u00fcndige Ereignisse. Doch bei allem Auf und Ab in der Entwicklung des Heidesheimer Sportlebens fanden sich immer wieder Frauen und M\u00e4nner, die durch ihre Tatkraft und ihren pers\u00f6nlichen Einsatz das Steuer in feste H\u00e4nde nahmen.<\/p>\n<p>So auch damals, als der mit soviel Begeisterung begonnene Aufstand unterdr\u00fcckt wurde und sich Mutlosigkeit und Verzagtheit in den Reihen der Turner breit machte. Mit Otto Krebs wurde am 3. August 1862 ein \u201cErster Sprecher\u201d gew\u00e4hlt, der ein Gartengrundst\u00fcck neben der Burg Windeck als \u00dcbungsplatz zur Verf\u00fcgung stellte \u2013 ein Zimmer in der Burg wurde f\u00fcr 26 wackere M\u00e4nner zum Vereinslokal. Bald darauf schien der Verein durch finanzielle Schwierigkeiten am Ende, und kam erst 1874 durch die Initiative einiger treuer Mitglieder wieder richtig in Schwung. Ein Turnplatz wurde in der heutigen Turnerstra\u00dfe k\u00e4uflich erworben, jedoch sollte der gew\u00fcnschte Bau einer Turnhalle noch lange ein Wunschgebilde bleiben. Um der baulichen Entwicklung der Gemeinde nicht im Wege zu stehen, wurde 1912 ein neues \u00dcbungsgel\u00e4nde an der heutigen M\u00fchlschule im Tausch erworben. In diesem Jahr entstand auch ein anderer Vereinsname: \u201cTurnverein Heidesheim von 1848\u2033.<\/p>\n<p>Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte der Verein eine neue Bl\u00fctezeit. Zu den Turnern gesellten sich Faustball, Leichtathletik, Handball und Fu\u00dfball. Dann war es endlich soweit! Nachdem Jahrzehnte um die Errichtung einer Turnhalle gerungen worden war, wurde das Projekt im Jahre 1938 Wirklichkeit. Die Gemeinde hatte das Grundst\u00fcck mit Saalbau neben der Burg Windeck erworben und in Gemeinschaftsarbeit in eine Turn- und Festhalle umgebaut. Anl\u00e4sslich des 90j\u00e4hrigen Bestehens gab man sich den Namen: \u201cTurn- und Sportgemeinde von 1848 Heidesheim\u201d. Das gro\u00dfe Drama des Zweiten Weltkrieges legte das sportliche Treiben lahm und wurde erst wieder am 15. Juni 1946 von 69 anwesenden Mitgliedern bei der Gr\u00fcndungsversammlung im Saalbau Bohland zu neuem Leben erweckt. Tischtennis, Radsport und Schach boten jetzt zus\u00e4tzliche Bet\u00e4tigungsm\u00f6glichkeiten. Allerdings verschwanden bald darauf Radsport und Handball von der Bildfl\u00e4che, und \u201cSchach\u201d machte sich selbstst\u00e4ndig. Eckpfeiler im TSG-Sport waren und sind bis heute: Turnen, Leichtathletik und Fu\u00dfball. Im Juni 1958 wurde die 110-Jahr-Feier mit der \u00dcbernahme des Gauturnfestes auf dem Sportplatz \u201cAm Bachacker\u201d und in der festlich geschm\u00fcckten Markthalle in w\u00fcrdiger Weise begangen. Auch erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Ingelheim. Die Vorst\u00e4ndler Jakob Eschborn, Willi Mehler und Jakob Frey leisteten Pionierarbeit in der Aufbauphase der Nachkriegszeit, als noch ein S\u00e4ckchen Mehl gegen eine Ballblase getauscht wurde oder der Rasierklingenverkauf einen Satz Trikots einbrachte.<\/p>\n<p>Ein bedeutungsvolles Ereignis k\u00fcndigte sich Anfang der 60er Jahre an. Das alte Sportgel\u00e4nde fiel einer Ortsumgehungsstra\u00dfe (heute A 60) zum Opfer. Mit einer 80.000-Mark-Abfindung der Stra\u00dfenbaubeh\u00f6rde und einem Pachtvertrag des Unifonds Mainz in H\u00e4nden, ging der 1. Vorsitzende Hartmut Schmid, gest\u00fctzt auf einen Vereinsbeschluss, ans Werk zum Bau einer neuen Sportanlage \u201cAn der Saifer Br\u00fccke\u201d. Doch nach Beendigung des 1. Bauabschnittes kam es zu einer Vereinskrise. Anstehende Schuldenlasten und ungel\u00f6ste Finanzierungsfragen f\u00fchrten 1964 zum R\u00fccktritt des Vereinschefs, und auch der neugew\u00e4hlte Vorsitzende Johann Mages resignierte nach einj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit und stellte sein Amt zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Auf der Generalversammlung am 27.3.1965 fand sich kein Kandidat f\u00fcr den Vereinsvorsitz \u2013 erst in der neu anberaumten Versammlung am 23.4.1965 nahm der fr\u00fchere Vereinsf\u00fchrer Jakob Frey wieder die Geschicke in die Hand. Ihm zur Seite stand der damalige 1. Kassierer Leander R\u00fcckesh\u00e4user. Zusammen mit vielen freiwilligen Helfern, besonders aus den Reihen der aktiven Fu\u00dfballer und Leichtathleten, wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Nach z\u00e4hem Ringen um eine befriedigende Finanzierung und endlosen Verhandlungen mit Verb\u00e4nden und Beh\u00f6rden \u2013 die Ortgemeinde Heidesheim (B\u00fcrgermeister Josef Dillmann) \u00fcbernahm die Baub\u00fcrgschaft \u2013 entstand eine funktionsgerechte Kampfbahn C mit Sportheim (Eigenhilfe), worauf alle stolz waren. In diese Zeit fiel auch die j\u00e4hrliche Ausrichtung und Durchf\u00fchrung des Erntedankfestes mit seinen gesellschaftlichen Veranstaltungen in der Markthalle, wo auch heute noch \u00fcber 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vorbildliche Gemeinschaftsarbeit leisten und ein wichtiges \u201cZubrot\u201d erwirtschaften.<\/p>\n<p>Nach den Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten 1973 \u2013 125 Jahre TSG Heidesheim \u2013 ging Jakob Frey in den verdienten Ruhestand, wurde zum Ehrenpr\u00e4sidenten ernannt und \u00fcbergab das F\u00fchrungsamt des 800 Mitglieder starken Vereins an Jakob Kling. Im gleichen Zeitraum wurde eine Damenhandball-Abteilung ins Leben gerufen, die aber nur wenige Jahre existierte. Sport und Spiel liefen erfolgreich, leider verschlechterte sich der Zustand der Sportanlage merklich, es fehlten eine Bew\u00e4sserungsanlage und taugliche Pflegeger\u00e4te. Zu allem \u00dcbel wurde 1975 die alte Turnhalle in der Bahnhofstra\u00dfe abgerissen (Bau eines Feuerwehrger\u00e4tehauses), in der kleinen Schulsporthalle wurde um jedes freie \u201cTrainingspl\u00e4tzchen\u201d gek\u00e4mpft. Diskussionen \u00fcber Erweiterung und Renovierung der Sportanlage und die Erstellung einer Sporthalle in Sportplatzn\u00e4he standen in jener Zeit im Vordergrund.<\/p>\n<p>Jakob Kling erkl\u00e4rte im Fr\u00fchjahr 1977 seinen Abschied. Alfred Reinhart und Georg Schniering \u00fcbernahmen kurzzeitig das h\u00f6chste TSG-Amt. 1979 wurde Manfred Metzler zum Vorsitzenden gew\u00e4hlt, der die \u00dcberholung der Sportanlage vorantrieb, was dann auch 1982\/83 mit Kosten von 500.000 DM aus Kreis- und Landeszusch\u00fcssen und einem stattlichen Betrag der Ortsgemeinde (B\u00fcrgermeister Josef Arnold) verwirklicht wurde. Aber auch die TSG beteiligte sich mit 155.000 DM an dem Projekt.<\/p>\n<p>Trotz permanenter \u00dcbungsraumnot wurde 1982 mit Hockey eine Randsportart aufgenommen, die Besucherzahlen bei den geselligen Veranstaltungen waren r\u00fcckl\u00e4ufig, die Beitr\u00e4ge mussten erh\u00f6ht werden und pers\u00f6nliche Arbeitsleistungen auf dem Sportgel\u00e4nde (ca. 1.000 Std.\/Jahr) wurden beschlossen. Auf der Mitgliederversammlung am 13.3.1987 kandidierte Manfred Metzler nach achtj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit nicht mehr, und es erfolgte der reibungslose Wechsel an Leander R\u00fcckesh\u00e4user, der bereits seit 1965 Vorstandsmitglied in dem jetzt 1.150 Mitglieder z\u00e4hlenden Verein war.<\/p>\n<p>Mit der Einweihung der Verbandsgemeinde-Sporthalle (VG-B\u00fcrgermeister Friedel Korn) am 10.10.1987, die mit einer Trainingsfl\u00e4che von 27 x 45 m gut in das zentrale Sportgel\u00e4nde \u201cIm Saif\u201d integriert wurde, kam ein riesiger Aufschwung. Die Sportart Basketball kam ins Angebot, und innerhalb von zwei Jahren wuchs der Verein durch Bildung neuer Freizeit- und Breitensportgruppen auf 1.450 Mitglieder an. Das 36.000 m2 gro\u00dfe Sportgel\u00e4nde wurde durch die Ortsgemeinde (B\u00fcrgermeister Herbert Eckert) vom Universit\u00e4tsrentamt Mainz angekauft und ein Nutzungsvertrag zwischen Ortsgemeinde und TSG bis zum Jahr 2020 besiegelt, der die Pflegearbeiten dem Verein, gegen einen Zuschuss aus dem Gemeindes\u00e4ckel, \u00fcberl\u00e4sst.<\/p>\n<p>1992\/93 errichtete die TSG in Eigenregie \u2013 mit Zusch\u00fcssen vom Kreis (5.000,\u2013 DM) und vom Sportbund Rheinhessen (18.000,\u2013 DM) f\u00fcr eine viertel Million DM einen Erweiterungsbau an das bestehende Sportheim. Ein Versammlungsraum mit Gesch\u00e4ftszimmer (100 m2) und eine moderne Krafttrainingsst\u00e4tte (50 m2) schaffen nun beste Voraussetzungen f\u00fcr Verwaltung und Sport, und waren ein lohnende Investition. Die Vereinszeitung, die j\u00e4hrlich drei- oder viermal erschienen ist und zu den Besten in Rheinland-Pfalz geh\u00f6rte, musste l aus finanziellen Gr\u00fcnden leider eingestellt werden.<\/p>\n<p>Im Jahre 1997 erfolgte eine Sanierung des Spielfeldes (oberste Schicht) durch die Ortsgemeinde mit einem Kostenaufwand von 60.000 DM. Die TSG leistete dazu einen Beitrag von 15.000 DM, der vom Landessportbund als Zuschuss zur Verf\u00fcgung gestellt wurde.<\/p>\n<p>Ein stolzes Jubil\u00e4um stand 1998 an: 150 Jahre TSG Heidesheim. H\u00f6hepunkte der ganzj\u00e4hrigen Veranstaltungen waren die Akadamische Feier am 6. M\u00e4rz, eine Sportwoche vom 20. bis 28. Juni und die Hallenschau am 21. November.<\/p>\n<p>Einschneidende Ver\u00e4nderungen im gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Vorstand brachte die Mitgliederversammlung 1999. Leander R\u00fcckesh\u00e4user, der den Verein 13 Jahre als 1. Vorsitzender f\u00fchrte und insgesamt 35 Jahre dem Vorstand angeh\u00f6rte, trat nicht mehr zur Wahl an. Neuer 1. Vorsitzender wurde Helmut Laux. Leander R\u00fccksh\u00e4user wurde aufgrund seiner herausragenden Verdienste f\u00fcr die TSG von der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Ein lange gefordertes Projekt wurde 2001 Wirklichkeit. Die Ortsgemeinde hat den Parkplatz auf dem Sportgel\u00e4nde ausgebaut. Mit der Einweihung wurde dem Sportgel\u00e4nde auf Beschluss der Mitgliederversammlung die Bezeichnung \u201cJakob-Frey-Sportanlage\u201d verliehen.<\/p>\n<p>Heute werden in dem ehrenamtlich gef\u00fchrten, \u00e4ltesten und gr\u00f6\u00dften Verein am Ort (\u00fcber 1.700 Mitglieder) folgende Hauptsportarten betrieben: Basketball, Fu\u00dfball, Hockey, Leichtathletik, Tischtennis und Turnen. Fu\u00dfballfeld, 400m-Laufbahn, leichtathletische Anlagen, Spielwiesen, Kraftraum, VG-Sporthalle und die Kleinsporthallen in der Haupt- und M\u00fchlschule bieten gute M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Training und Wettkampf. \u00dcber 20 verschiedene Kursangebote (auch f\u00fcr Nichtmitglieder) und vielf\u00e4ltige Breitensportm\u00f6glichkeiten, darunter regelm\u00e4\u00dfige Walking- und Lauftreffs und die sehr erfolgreichen Sportabzeichenabnahmen, schaffen eine reichhaltige Palette im Gesundheits- und Freizeitbereich, betreut von rund 100 \u00dcbungsleiter\/innen.<\/p>\n<p>Meisterehrungen, Kinderweihnachtsfeiern, Jugenddisco, Kinderspielfest, Hallensportschau, Wanderungen, Trimm-Trab ins Gr\u00fcne, Freizeitlager, Erntedankfest, Silvesterball und Ehrenmitgliedertreffen sind feste Bestandteile des Saisonprogramms. Neben dem Vorstand sorgen Fest-, Bau-, Jugend- und Abteilungsmaussch\u00fcsse f\u00fcr einen kontinuierlichen Jahresablauf aller Aktivit\u00e4ten. Sportheim (Gastst\u00e4tte verpachtet) und Clubraum sind Treffpunkte zur F\u00f6rderung des Vereinslebens und des Gemeinschaftsgef\u00fchls.<\/p>\n<p>Mit diesen Inhalten will die TSG auch k\u00fcnftig \u2013 wie schon in der Vergangenheit \u2013 in hohem Ma\u00dfe zum sozialen Wohlbefinden der Heidesheimer Bev\u00f6lkerung beitragen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Dorfverein im Wandel der Zeiten Als in den 40er Jahren der Ruf nach Freiheit m\u00e4chtig durch die deutschen Lande ging, fand er auch in dem damals noch kleinen Dorf Heidesheim einen kr\u00e4ftigen Widerhall. 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